Warum echte Gemüsegerichte besser sind als grüne Smoothies

Gesunde Ernährung, Mikrobiom & echte Lebensmittel statt Pulver

Grüne Smoothies, Superfood-Shots und Proteinpulver boomen – besonders zu Jahresbeginn. Überall wird versprochen, dass ein Drink am Morgen Gesundheit, Energie und Wohlbefinden bringt. Die Idee ist löblich, aber nur ein Tropfen auf den heißen Stein.

Eigentlich wollte ich Euch gestern einen schnellen Post auf Insta und Facebook machen, mit einem Rezept von unserem Abendessen. Nachdem die Fotos nicht besonders gelungen waren und ich weder Zeit noch Lust hatte, irgendein Insta-taugliches Foto zu drapieren, habe ich es einfach gelassen. Heute bekommt Ihr die unperfekten Reality-Fotos doch (#mehrrealiätaufinstagram!)…

…denn heute Morgen schrieb mir eine liebe Freundin:

„Hast du die schon probiert? Nimmst du das? 🤔 Guten Morgen! 😘🍏🥦🥬🫛🫒“

Der Link führte zu einer Instagram-Seite mit ganzheitlichem Hashimoto-Coaching und einem beworbenen „Bio-Superfood-Shotpulver“. Wer weiterklickt, landet bei einem Schulungsportal mit durchaus guten Inhalten. Aber am Ende läuft alles immer auf dieselbe Botschaft hinaus:
Du musst gesundes Zeug essen

Meine Antwort war ehrlich:

„Ich nehme das 🤪 (beigefüt Fotos von unserem gestrigen Abendessen) Kenne das alles. Ergänzend ganz okay. Rettet dich nicht vor der Wirkung von Pizza und Co.“

Und genau hier liegt der Punkt: Kein Pulver der Welt kompensiert schlechte Ernährung. Ein bisschen Grünzeug im Glas ist nett – aber es ersetzt kein echtes Essen.

Wie ich koche – und warum echte Lebensmittel der Schlüssel sind

Alltagsküche, Gemüse & gesunde Ernährung

Ich koche nicht nach Rezepten. Ich schaue in den Kühlschrank und mache daraus etwas. In unserem großen French-Door-Kühlschrank gehört das untere rechte Fach dem Grünzeug – und da ist eigentlich immer etwas da.

Als Orientierung – Gemüse geht immer:
500 Gramm Gemüse pro Person und Tag. Warum das wichtig ist, kannst du hier lesen.

Gestern haben 2 Erwachsene, 2 junge Erwachsene und 2 Teenager zusammen gegessen – und das kam auf den Tisch:

2 Köpfe Brokkoli
1,5 kg Kartoffeln
1 große Süßkartoffel
1 Kopf Blaukraut (Rotkraut, Rotkohl)
2 Zehen Knoblauch
2 Zitronen (Saft und Zesten)
1 Dose Kichererbsen
1 Zwiebel
300 g Spinat
Knoblauch
Schnittlauch
1 Handvoll Walnüsse
Geröstete Sesamsaat

Über 3 Kilogramm Gemüse, 13 verschiedene Pflanzen – in 40 Minuten gekocht.

Kein Pulver, kein Superfood-Shot. Einfach Essen.

Warum Gemüse besser ist als jeder Smoothie

Mikrobiom, Ballaststoffe & Blutzucker im Gleichgewicht

Grüne Smoothies liefern Vitamine – aber sie sind kein echtes Essen.

Beim Kauen von Gemüse passiert Entscheidendes:
• Verdauungsenzyme werden aktiviert
• Sättigungshormone werden ausgeschüttet
• der Darm wird vorbereitet

Beim Trinken passiert das kaum.

Außerdem bleiben in ganzen Pflanzen die Ballaststoffe und Zellstrukturen erhalten. Genau die braucht unser Mikrobiom, um gut zu funktionieren. Sie stabilisieren den Blutzucker, fördern die Darmgesundheit und sorgen dafür, dass wir uns satt und zufrieden fühlen.

Ein Teller Gemüse nährt, reguliert und sättigt.
Ein Smoothie rutscht einfach durch.

Was gestern also in Sachen Abendessenplanung passiert ist:

16:00 Uhr – „Was koche ich heute?
Keine Ahnung! Irgendwas mit Kartoffeln für die Teenies? Also habe ich einfach mal alle Kartoffeln, die noch da waren, und eine einsame Süßkartoffel, in einen Topf gesteckt, mit Wasser bedeckt, gesalzen und gekocht. Denn: Gekochte Kartoffeln sind immer eine gute Basis! Warum? Das kannst Du hier nachlesen.

Ofengemüse mit Kichererbsen, Bratkartoffeln, Spinat und Dip

Um 18 Uhr habe ich dann begonnen, das Gemüse vorzubereiten. Nachdem das bei uns (fast) immer bereits gewaschen im Kühlschrank liegt (Link zu Artikel), ging das schnell:

  • Brokkoli in Röschen teilen, Strunk schälen und in Stücke schneiden
  • Rotkohl in 2 cm dicke Scheiben schneiden
  • Kichererbsen aus dem Glas abseihen und etwas trocken tupfen (Flüssigkeit aufheben!)
  • Alles auf ein mit Backpapier oder Dauerbackfolie ausgelegtes Backblech legen
  • Ofen auf 180 Grad vorheizen (Umluft)
  • Aus Olivenöl, Saft von einer halben Zitrone, Ahornsirup, Salz, Pfeffer und Gewürzen (geräucherte Paprika, Wok-Gewürz, Kreuzkümmel) eine Marinade rühren
  • Die Rotkohl-Scheiben damit bepinseln und den Rest mit Brokkoli und Kichererbsen vermengen
  • Ab in den Ofen. Timer auf 20 Minuten

Nachdem die Süßkartoffel viel zu weich geworden ist, um daraus noch Bratkartoffeln zu machen, habe ich sie kurz entschlossen zu einem Dip verarbeitet. Das geht so ziemlich mit allem! Kräutern, Kichererbsen, Bohnen – diesmal mit Süßkartoffel.

  • Kichererbsenwasser in einen Mixer oder Food-Processor geben
  • Süßkartoffel schälen und in Stücke schneiden
  • 1 Knoblauchzehe etwas zerkleinern und zugeben
  • Mangels Tahin habe ich den restlichen Zitronensaft dazugegeben und einen guten Esslöffel Reis-Miso-Paste, sowie Salz, Pfeffer, gefrorenen Schnittlauch und die gleichen Gewürze wie oben. Soll ja zusammenpassen.
  • Alles zu einer cremigen Paste mixen. In ein Schälchen geben und mit gerösteter Sesamsaat garnieren

Kurz bevor das Ofengemüse fertig war, habe ich noch schnell die Kartoffeln geschält und im Butterschmalz (das schmeckt uns einfach besser als alles andere, dieser Teil ist bei mir eigentlich nie vegan) knusprig angebraten. Bratkartoffeln gelingen gut, wenn man sie nicht dauernd „stört“. Man darf also beim Braten nicht ständig darin herumrühren. Das hat mir vor vielen Jahren mal mein Papa beigebracht. Der hat nicht oft gekocht, aber Bratkartoffeln konnte er <3

Ach ja, und die zwei Päckchen Spinat, die noch im Kühlschrank rumgeflogen sind, habe ich schnell in etwas Butter und angedünsteten Zwiebeln und etwas Knoblauch zusammenfallen lassen. Mit Salz und Muskat gewürzt. Fertig. Einfach nur, weil der Spinat eben noch da war. Das dauert nur ein paar Minuten.

Wer so isst, braucht keine grünen Smoothies oder Pulver. Auch kein Eiweißpulver aus der Plastikdose. Und steckt auch eine Pizza oder eine LKS mal locker weg.
Solche Gerichte gibt es bei uns oft.
Das geht schnell, schmeckt allen, macht pappsatt und vor allem glücklich.
Und selbst wenn man mal zu viel gegessen hat, geht es einem nach spätestens einer halben Stunde wieder hervorragend. Es liegt einfach nicht schwer im Magen.

Gewürze sind kein Detail – sie sind der Unterschied

Warum Gemüse nur mit Gewürzen richtig gut wird

Bei Gemüsegerichten darf man nicht sparen. Eine Prise reicht nicht. Da muss man klotzen. Gewürze machen den Unterschied zwischen „gesund“ und „richtig lecker“.
Und nein, ich habe keine Kooperationen – auch wenn ich offen dafür wäre 😉

Fazit: Iss Essen – nicht Marketing

Gesunde Ernährung ohne Pulver & Superfood-Hype

Diese Art zu essen:
• macht satt
• macht zufrieden
• belastet nicht
• und unterstützt Mikrobiom, Immunsystem und Stoffwechsel

Mein einfachster Rat:
Schmeiß alles Gemüse, das du hast, mit guten Gewürzen in den Ofen.
Brate ein paar Kartoffeln oder koche Nudeln.
Mach einen Dip dazu.
Vergiss die Hülsenfrüchte nicht für Protein.

Und dann: genieße! Happy ist der Mensch, samt Mikrobiom, Immunsystem, Gefäßsystem und überhaupt allem.

Wer probiert es aus?
Habt ihr andere Ideen?
Schreibt mir mal in die Kommentare. Ich will hören, wie es euch mit solchen Ideen geht!

Guten Hunger!
Eure Isa
*

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